Urlaub!! Juchu!!

Zwei Wochen am Stück nicht nur nicht arbeiten müssen, sondern auch mal wieder unterwegs zu sein – ich zähle die Minuten (oder besser Tage). Es ist absehbar, und auch, wenn es diesmal keine Reise, keine Tour und kein Trip, sondern ein schnöder Urlaub ist – ich kann’s wirklich kaum noch abwarten.

Dabei war die letzte Zeit eigentlich durchaus angenehm, mit liebem Besuch und eigentlich keinem Stress auf der Arbeit – aber es reicht jetzt einfach mal, jetzt ist mal Pause angesagt. Außerdem gab es bis jetzt, Ende April, keinen einzigen Tag, an dem ich mal nicht einen Wollpulli anziehen und mich in einen Wintermantel hüllen musste, trotz Sonnenschein: Das nervt. Letztes Jahr war das anders, da hüpfte ich um diese Zeit auch mal im T-Shirt rum. Und überhaupt: War früher nicht der 30. April der erste Tag im Jahr, an dem man nachts draußen Party gemacht hat? Einmal, vor etwa 20 Jahren oder mehr, war ich in dieser Nacht sogar schwimmen, in der Erlache, oder war’s der Niederwaldsee? Aber das war dann schon auch kalt… der eine oder andere Leser wird sich erinnern.

Wie auch immer, egal, wie das Wetter wird: Da, wo ich hinfahre, ist’s besser:

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Demokratie III

Ich war also wählen. Und da ich ja diesbezüglich nun auch schon auf langjährige Erfahrung zurückgreifen kann, konnte ich fein die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Vorgangs beobachten; spannende Sache.

Erstmal: Mittwochs. Warum Mittwochs? Sonstwo (und nicht nur in Deutschland) finden Wahlen gemeinhin Sonntags statt, da haben schließlich die meisten Leute frei und können im Sonntagsstaat feierlich ihr Kreuzchen machen. Nicht so hier: Wahlen an einem gemeinen Wochentag, wo Hinz und Kunz arbeiten muss. Dafür haben die Wahllokale aber von 7:30 bis 21:00 Uhr geöffnet, so dass auch ich nach der Arbeit und nach meinem Holländisch-Kurs noch meiner Bürgerpflicht nachgehen konnte. Und: man ist nicht an ein Wahlbüro gebunden, man kann in jedem beliebigen Wahlbüro (innerhalb des Gebiets, für das die zu wählende Waterschap zuständig ist, natürlich, aber die sind ja groß) wählen. Das macht es prinzipiell auch einfacher, zum Beispiel einfach auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit oder zum Supermarkt oder sonstwohin noch eben schnell beim Wahlbüro vorbei zu schauen.

Als solches kommt dann schon auch mal die Kneipe umme Ecke in Frage, was ein bisschen bizarr, aber eigentlich nicht schlecht ist: In Deutschland schleicht man dann ja meistens ein wenig beklommen durch ein abgeranztes Schulgebäude und freut sich hinterher, dem Alter entwachsen zu sein, in dem man seine Zeit zwischen vergilbten Wänden, verkratztem Mobiliar und auf fast schmerzhafte Weise schlechten, von ihren Schaffern aber für großartig befundenen Wandmalereien verbringen muss – da ist eine Kneipe oder ein Supermarkt doch eine angenehme Alternative.

In meinem Fall – und ich bin tatsächlich zu dem meiner Wohnung nächsten Wahlbüro gegangen – handelte es sich um eine Turnhalle, ich glaube, auch einer Grundschule, weshalb sich ein durchaus vertrautes Wahlgefühl einstellte. Dann war erstmal alles wie in Deutschland: Man gibt seinen Stimmpass ab, zeigt seinen Ausweis vor (leichtes Stirnrunzeln beim Blick auf meinen deutschen Pass), bekommt den Wahlzettel, und geht in die Kabine, die in diesem Fall weniger vor Blicken anderer geschützt war, als ich das gewohnt bin, aber die Niederländer haben ja auch größere Fenster ohne Vorhänge, vielleicht haben sie dann beim Wählen auch weniger Hemmungen, preiszugeben, was sie da zwischen den zwei Bretterwänden treiben. Ich wusste, was ich wählen wollte, also ging es schnell – man muss mit einem roten Buntstift, der in der Kabine liegt, das Kästchen neben seinem Wunschkandidaten rot machen, das kennt man.

Jetzt kommt etwas, was wieder deutlich angenehmer als der deutsche Wahlgang ist: in Deutschland (in Schottland übrigens auch, aber damit habe ich begrenzte Erfahrung, denn in den drei Jahren, in denen ich da gewohnt habe, habe ich nur bei einem Referendum mitgemacht) ist man jetzt damit beschäftigt, den Stimmzettel in etwa 3000 Briefumschläge zu vertüten (der rosa Zettel in den blauen Umschlag, und der dann in den grauen, dann…) – man zerschneidet sich die Zunge und schmeckt noch stundenlang Knochenleim im Mund, bäh. Nicht so hier: Man faltet den Zettel wieder zusammen, so dass man nicht sehen kann, was man gewählt hat, und steckt ihn dann in die Wahlurne. Fertig. Keine Briefumschläge (ich will mir auch gar nicht vorstellen, was es für eine grauenhafte Arbeit sein muss, die alle wieder aufzufriemeln!).

Das war’s. Also alles im Wesentlichen genau so wie in Deutschland, mit kleinen, aber feinen Unterschieden. Und ich war dabei! Fühle mich der Integration schon ein Stückchen näher.

Heute war ja Sonnenfinsternis. Man hätte sie auch von hier auch gut sehen können, aber ich war mir nicht ganz sicher, wo die Sonne war, irgendwo da:

2015-03-20 10.26.23

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Der bräsigste Urlaub ever

Ich werde in Urlaub fahren. Das letzte Mal, Thailand, ist nun schon über ein Jahr her, und es wird allerhöchste Zeit, mal wieder rauszukommen und was anderes zu sehen. Die Wahl des Urlaubsorts war diesmal wirklich eine schwere Geburt; ich schwankte zwischen Mauritius, La Réunion, Curaçao, Kanaren, Kapverden,… einfach mit dem Auto losfahren, diesmal nach England, … um es kurz zu machen: Ich war höchst unentschlossen. Nicht so furchtbar weit weg, aber irgendwohin, wo es warm ist, jetzt aber keine Taifune, Hurrikane oder andere Wetterunbilden (Regenzeit) zu  erwarten sind, das Land politisch halbwegs stabil, wo man gut alleine unterwegs sein kann (denn so wird es werden), was keine großartige Vorbereitung erfordert und nicht übermäßig anstrengend ist (vorhandene Infrastruktur, kein ständiges Verhandeln etc.) – und das war dann irgendwie das Stichwort: Anstrengend.

Eigentlich nämlich steht mir der Sinn nach Garnichtstun. Null. Nix. Nur: Schnorcheln, denn seit ich in der Hanauma Bay war (und später auf den Similan Islands), lässt mich der Gedanke nicht mehr los, wieder einen Blick in diese Welt zu werfen; die Stille, das Treiben auf warmem Wasser, die vielen, vielen bunten Fische in allen Formen und Farben unter mir: das ist die ultimative Entspannung, das könnte ich stunden-, ach was, tagelang tun. Und genau das werde ich jetzt: Ich habe mir eine kleine Insel rausgesucht, 350 auf 275 Meter groß, ohne Schnickschnack, aber umgeben von einem anscheinend großartigen Riff, das alles beherbergt, was im Indischen Ozean so rumschwimmen kann (inklusive Wasserschildkröten, Haie, Rochen und Mantas, wenn man Glück hat). Sonst gibt es da nichts, und genau so wollte ich das: keinen Pool, keine Animation, keine Wassersportangebote.

Es war gar nicht so einfach, eine Malediveninsel zu finden, die noch so halbwegs ursprünglich ist; Bathala war leider auf lange Sicht ausgebucht, und so gut wie alle anderen sind das, was ich persönlich als Ferienhölle empfinden würde: mit Designpreisen ausgezeichnete Fünf-, Sechs-, Siebensterne Resorts mit Spa, 18-Loch Golfplatz, Cocktails am Pool, Jetskis, die über die Korallen brätschen, Animation für Kinder und Erwachsene, und Abends zum Dinner muss man sich aufbretzeln, weil der Sommelier sonst die Nase rümpft (von den anderen Gästen gar nicht erst zu reden): grauenhafte Vorstellung. Ich inmitten von Massen von Honeymoonern, die Romantic Candle Light Dinners buchen, Gästen, die sich mokieren, dass in ihrem Zimmer ein Gecko war oder dass das Rindersteak 40$ kostet (wo sollten auf den etwa 1200 Atollen und Sandhäufchen im Meer, aus denen die Malediven bestehen, Kühe grasen?) und es ständig Fisch gibt…  Also, Velidhu. Auf Velidhu gibt es nicht einmal WiFi (das ist nun ein bisschen schade, aber irgendwie ist es dann auch mal gut, so richtig raus aus allem zu sein: wenn schon, denn schon. In der Mongolei hat’s mir auch nicht gefehlt). Also werde ich etwa 10000 Bücher auf meinen Kindle packen, einen Bikini und meine Schnorchelsachen in meinen Koffer, und dann kann’s losgehen. Und dann werde ich am Strand liegen, lesen, bunte Fische angucken, und hin und wieder mal ein Bier trinken.

Und sonst gar nix. Nie in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich einmal einen so derart bräsigen Urlaub machen werde, aber so isses nun halt, und der nächste wird dann wieder ein bisschen mehr Kultur und Action beinhalten.

P.S.: An der Wahl der Provinzparlamente darf ich natürlich doch nicht teilnehmen, das dürfen nur niederländische Staatsbürger. Na gut, aber wenigstens darf ich die Waterschap wählen, die mich besteuert und den Deich unterhält, der mich vor dem Meer schützt – das steht heute in einer Woche an. Bin gespannt, wie es in holländischen Wahllokalen zugeht!

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Demokratie II

Heute kam die Wahlliste für die Wahl für de leden van Provinciale Staten van Zuid-Holland, bei der darf ich anscheinend auch mitmachen (mein Wahlschein steht noch aus). Es handelt sich dabei um die Wahl der Mitglieder im Parlament meiner Provinz; auch hier muss ich noch ein wenig ergründen, was genau ich da eigentlich wähle. Nur wenn ich mir die Größe der Wahlliste so anschaue (und an’s nun anstehende Kumulieren und Panaschieren denke), dann fühl’ ich mich gleich wie daheim!

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Demokratie!!

Meine erste Wahl in den Niederlanden steht an. Am 18. März darf ich bei der vermutlich niederländischsten aller Abstimmungen mitmachen, der Wahl zur algemeen bestuur van het waterschap – ich darf also gewissermaßen den Deichgraf wählen. Da ich jedes Jahr an die für mich zuständige Waterschap Delftland fast 300 Euro Steuern zahle (und Luftlinie nur wenig mehr als einen Kilometer vom Meer entfernt wohne), habe ich natürlich durchaus ein Interesse daran, dass die ordentliche Arbeit machen – wobei es mir ehrlich gesagt (noch) vollkommen rätselhaft ist, was (oder wen) genau ich da eigentlich wähle; auch eine holländische Kollegin konnte es mir nicht so recht erklären. Anscheinend gibt es aber im Internet einen Wahlomat, der einem bei der Entscheidungsfindung behilflich ist, und das, was dabei rauskommt, wählt man dann. Das funktionierte bei mir in der Vergangenheit so leidlich (ich glaube, ich habe nie gewählt, was der Wahlomat mir vorschlug), aber bei dieser Wahl bleibt mir in Ermangelung vertiefter Erkenntnisse der Wasserwirtschafts-Politik vermutlich keine andere Wahl, als dem Ding zu vertrauen.

In einem Buch über Amsterdam, das ich kürzlich gelesen habe, wird die These vertreten, dass es der Jahrhunderte alte und niemals enden wollende Kampf gegen das Wasser ist, der die niederländische Gesellschaft zu einer der tolerantesten und liberalsten der Welt hat werden lassen – der Grundstein für diese Entwicklung wurde dem Autor zufolge durch die Waterschappen gelegt, einer der ältesten selbstverwalteten Körperschaften Europas.

Wer wird da nicht wählen gehen wollen?

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Schaatsen!

Dass das Kaufen von Schlittschuhen in einem Land, in dem Schlittschuhfahren ein seit Jahrhunderten betriebener Nationalsport ist, so schwierig sein könnte, war mir nicht klar – werden die Niederländer mit Schaats an den Füßen geboren? Vererbt man die an seine Kinder und Kindeskinder, hat man die eben einfach? An den letzten zwei Wochenenden habe ich jedenfalls einige Zeit damit zugebracht, hier irgendwo ein Geschäft aufzutun, das welche verkauft (was immerhin zur Folge hat, dass ich jetzt alle (Winter-)Sport und Outdoor-Geschäfte meiner neuesten Heimat kenne, liebem Besuch kann ich in Zukunft zeigen, wo es Skiklamotten, wo Wanderstiefel und wo Neoprenanzüge zu kaufen gibt). Schlittschuhe gibt es da allerdings nicht. Zu guter Letzt bin ich dann aber auf dem dicken Land fündig geworden – das Geschäft hat sich zwar als Fahrradwerkstatt getarnt, aber, was soll ich sagen:

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Das sind Noren, quasi “Trecking-Schlittschuhe”, bestens geeignet auch auf Natureis (Schnelllauf-Technik, aber eher gedacht für Touren auf Grachten und Kanälen). Jetzt kann ich nur hoffen, dass es nächstes Jahr mal richtig kalt wird, so dass ich sie auch mal draußen testen kann. Den ersten Test auf der Kunsteisbahn werden sie am Donnerstag haben (ich habe sie eben gleich richtig schleifen lassen), ich freue mich schon!

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Quiiiiiieeeeetsch…..

Es geht halt schon langsam. Heute eine ziemlich lange Zeit mit dem Unterschied zwischen geen (kein) und niet (nicht) verbracht.

Ich habe kein Auto.

Ich fahre nicht mit dem Auto.

Das ist halt was, was Franzosen nicht klar ist. Gar nicht. Überhaupt nicht.

Je n’ai pas une voiture.

Je ne vais pas en voiture.

Da wird dann schon manchmal ganz schön lange überlegt, wie man das sagt, ich wohne nicht in (Ik woon niet in)… ich trinke keinen Kaffee (ik drink geen koffie)…

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