Hautvillers und ….. Lorsch

Soooo. Da war ich also gestern noch kurz in Hautvillers, einem winzigen, verträumten Örtchen etwa 20km südlich von Reims – der “Wiege des Champagners”, in deren Abtei (Abbaye d’Hautvillers) ein Mönch namens Dom Pérignon einst den Champagner erfunden hat – da sieht man, was der Unterschied zwischen bayrischen Klöstern und französischen ist. Die Abtei wurde vor der Revolution vom Erzbischof von Reims betrieben und einige Zeit von seinem Koadjutor bewohnt (und ein Jahr, nämlich 1769, auch von dessen Neffen, der darüber keineswegs glücklich war) und gehört heute der Firma Moët & Chandon. Gerade, als ich im Begriff war, in die Abteikirche zu gehen, kam eine etwa zwanzigköpfige deutsche Reisegruppe angepoltert, deren Reiseführerin dann (in der Kirche) sehr lange und ausgiebig die Herstellung von Champagner beschrieb. Das war zwar interessant, aber ich wollte ja eigentlich Präsenzen erspüren, was dadurch etwas gestört wurde. Von der alten Abtei ist auch nicht mehr viel übrig, und das was die Revolutionäre übrig gelassen haben, ist hinter hohen Mauern und Hoftoren verborgen – vermutlich, weil Moët & Chandon nicht scharf darauf ist, dass ständig Leute bei ihnen herumturnen, ob man nun auf historischer Persönlichkeiten Pfade wandelt oder nicht. Ich habe natürlich durchs Schlüsselloch gelinst, aber nicht viel gesehen.

Aber schön ist die Champagne, viel herbstlich gefärbter Wald und natürlich Weinberge (und weiße Kühe, die allerdings deutlich weniger fluffig waren als die in der Bourgogne oder in der Auvergne – später habe ich dann gemerkt, dass es in Frankreich durchaus auch hellbraune, dunkelbraune und schwarz-weiß-gefleckte Kühe gibt, nämlich in Lorraine (Lothringen) – die Kuhfarbe scheint eine Funktion des Ortes zu sein). Spektakulär ist es dort nicht, aber eben ganz hübsch, und sie haben ja schließlich einen feinen Weg gefunden, es sich noch schöner zu saufen.

Image

Lauter Champagner

Und dann bin ich gen Osten gefahren. Wenn man von Reims aus nach Osten fährt, kommt man nach Lorsch, und da bin ich nun, bei meinen Eltern. Schön ist es, auf französischen Autobahnen herumzubrausen! Sie sind zum Brausen auch bestens geeignet (auch, wenn man nicht schnell fahren darf und das auch auf Schritt und Tritt kontrolliert wird), denn sie sind quasi leer und wie neu (und das ohne eine einzige größere Baustelle), was vermutlich beides darauf zurück geführt werden kann, dass das Herumbrausen darauf auch wirklich kein billiges Vergnügen ist. Kein Wunder, dass alle Landstraße fahren! Aber wie gesagt, es fährt sich dafür auch wirklich sehr angenehm dort. Den Unterschied bekommt man dann sehr zu spüren, sobald man wieder in Deutschland ist: zwar ist es prima, sich nicht ständig bremsen zu müssen (freie Fahrt für freie Bürger!, dachte ich noch, als ich über die Grenze fuhr), aber Mannmannmann, wie aggressiv hier gefahren wird, wie voll es ist, und alle drei Meter eine Baustelle – wie immer werden  einem die Eigenheiten des eigenen Volkes erst durch den Kontrast so richtig bewusst, und angenehm fällt der Vergleich oft nicht aus.

Na ja – das war mein Frankreichtrip. Schön war’s!

Morgen geht’s zurück. Und ich habe kein einziges Kuhfoto gemacht…

Advertisements
This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s