Morgen fängt die Zukunft an…

…und heute ist in Frankreich Pfannkuchentag.

Ja, morgen geht es los. Morgen ist der Tag, auf den seit dem 8. April letzten Jahres alles hinläuft (an diesem Tag habe ich meine Bewerbung abgeschickt, damals mit nicht übermäßig viel Glauben daran, dass man mich zu einem Interview einladen würde, aber wer nicht wagt…).

Seit mehr als einem dreiviertel Jahr also beschäftigt mich der Neuanfang bei meiner neuen Arbeitsstelle, länger noch beschäftigt mich natürlich der Neuanfang als solcher – und es ist gut, dass es jetzt endlich mal soweit ist, dass diese irgendwie so ganz und gar substanzlose Übergangszeit, in der ich mich innerlich schon längst von der Astronomie verabschiedet hatte, aber das Neue noch in weiter Ferne lag, nun endlich vorbei ist. Dass ich morgen endlich die neuen Ufer betrete – ich hoffe, sie sind nicht mit giftigen Pflanzen bewachsen, in denen wilde, böse Tiere lauern.

An diesem letzten Tag in meinem alten Leben war ich noch einmal am Strand, und zwar diesmal an “meinem”, den man tatsächlich mit der Tram in wenigen Minuten erreicht.

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Heute schien die Sonne, und natürlich war ich nicht die einzige, die dort unterwegs war. Spaziergänger, Reiter, und sehr, sehr viele Hunde sind unterwegs, die von ihren Herrchen und Frauchen fleißig Bälle geworfen bekommen – nicht wenige Leute haben dazu sogar eine Hundeapportierbällchenwegschnickschaufel, ein Plastikding, das ein wenig so aussieht wie ein zu langer Nudelfreund, und mit dem sich der Ball dann aufgreifen und ohne großen Kraftaufwand recht weit werfen lässt. Für Hundebesitzer ist das vermutlich nichts Neues, ich habe so etwas allerdings noch nie gesehen und war entsprechend erstaunt.

Nun kann ich mich noch ein wenig auf den Tag morgen einstellen und dann früh ins Bett gehen, denn ich habe um 8:00 Uhr da zu sein, was bedeutet, dass ich um spätestens 6:00 Uhr aufstehen muss. Leider bin ich zum Frühaufstehen ja so gar nicht geschaffen, so dass ich mich um 8:00 Uhr vermutlich noch nicht einmal ansatzweise humanoid fühlen werde – aber vielleicht hilft da die Neugier und die Freude auf das Neue.

Heute ist aber nicht nur der letzte Tag in meinem alten Leben. Heute ist auch, wie bereits erwähnt, Pfannkuchentag in Frankreich, und ebendort wurde heute vor 260 Jahren der von mir sehr verehrte Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord geboren. Grund, ein Portrait von ihm zu posten, das ich aus vielen Gründen sehr mag:

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Dieses Portrait entstand Anfang 1796 in Philadelphia; Talleyrand war damals ein Jahr älter, als ich es heute bin. James Sharples, der Maler, war dafür bekannt, sehr viel Wert darauf zu legen, dass seine Objekte (bzw. Subjekte) akkurat so dargestellt wurden, wie sie aussahen, so dass er diejenigen, die für ihn saßen, schon mal mit Lineal und Schieblehre vermessen und die Proportionen mit mathematischen Methoden der Perspektive angepasst hat. Man kann also davon ausgehen, dass Talleyrand im Exil in Amerika ziemlich genau so ausgesehen hat. Er war dort an einem Tiefpunkt seines Lebens angekommen, ein exkommunizierter, exilierter Ex-Bischof, beinahe mittellos, vollkommen machtlos und fast ebenso glücklos, was seine dortigen seinem Wesen auch recht fremden Unternehmungen als Grundstücksmakler anging. Als das Portrait entstand, wusste er allerdings bereits seit einigen Monaten, dass er nach Paris zurückkehren können würde, und das tat er dann auch, wenig glamourös auf einem dänischen Kaffeefrachter. Ein Jahr später war er Außenminister von Frankreich und nur kurz danach einer der reichsten Männer Europas: So kann’s gehen.

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