Die erste Woche…

…ist vorbei. Eine der intensivsten, anstrengendsten, aber auch positivsten Wochen meines Arbeitslebens. Tausend neue Eindrücke, neue Leute, viiiieeel zu lernen. Die ersten zwei Tage bestanden im Wesentlichen aus einer Informationsveranstaltung; in vielen Vorträgen wurde uns Neuanfängern (33 an der Zahl) nicht nur die Struktur, die Aufgabe und Arbeitsweise unseres neuen Arbeitgebers (und uns) erklärt (jetzt tue ich wirklich aktiv was für Europa, yeay!) , sondern auch, wie welche Formulare auszufüllen sind, wer für was verantwortlich ist, wie es jetzt so weiter geht. Alles war sehr professionell, die Atmosphäre nett und offen – und eine bunt gemischte Runde aus Anfängern. Nicht alle der 38 Mitgliedsstaaten meines neuen Arbeitgebers sind darin vertreten, aber immerhin 12 Nationen, und so ist die Gruppe (so wie überhaupt alles) erfreulich international. Alle 33 Neuen haben bereits Erfahrung in internationalen Organisationen/Instituten und/oder haben bereits im Ausland gelebt; mache haben gerade ihre Doktorarbeit fertig geschrieben, andere haben schon viele Jahre Arbeitserfahrung – in der Wissenschaft, so wie ich, oder auch in der Industrie. Für mich, die ich aus einer recht männerlastigen Branche komme, ist auch der Frauenanteil erfreulich hoch: 10 von 33, das sind 30% – das ist für mich ganz und gar ungewohnt – ich kenne eher diese Meetings, in denen ich mich irgendwann einmal umsehe und feststelle, dass ich von den über 40 Anwesenden die einzige Frau bin.

Und auch in meiner neuen Abteilung ist das so: 31 Mitarbeiter, 7 Frauen: Wow! Meine neue Abteilung habe ich am Mittwoch kennen gelernt; mein neuer Chef hat mir jeden, der an diesem Tag da war, vorgestellt, und alle haben mich warm, freundlich und nett begrüßt. Ich freue mich, dort bald anfangen zu können; es wirkte wirklich so, als könne man sich da wohlfühlen. Und praktisch ist es, dass es in meiner Abteilung sehr viele Franzosen gibt, so habe ich die Hoffnung, mein Französisch schnell verbessern zu können (was ich dringend nötig habe). Mein neues Büro ist kleiner als mein altes (und ich habe keinen Spiegel, ist das zu fassen?!), aber es ist im 19. Stock, so dass der Ausblick nicht schlecht ist:

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Jaja, ich weiß, das sind hässliche Bürogebäude. Was ich meine, ist, dass es schön ist, über dem allen zu sein, den Blick auf den Himmel zu haben: die Weite. Eigentlich hätte ich im 24. Stock arbeiten sollen, aber man hat die Abteilungen umstrukturiert, und nun bin ich also im 19. gelandet. Auch gut – so viel besser kann der Blick aus dem 24. Stock auch nicht sein.

Tja, und seit Donnerstag gehe ich wieder zur Schule. Denn bevor ich es mir in meinem neuen Büro gemütlich machen und den Blick genießen anfangen kann, meine Arbeitskraft der Zukunft, dem Zusammenwachsen und  Erstarken der Wirtschaftskraft Europas zu widmen, muss ich erstmal lernen, wie das geht, was ich demnächst tun soll. So sitze ich mit 11 anderen Physikern und Ingenieuren in einem Klassenzimmer (wir sind nach Themengebiet in drei Gruppen aufgeteilt worden), und gemeinsam werden wir uns jetzt erstmal sechs Wochen lang durch die Materie wurschteln.

Gestern habe ich dann nochmal dem Tulpenfachgeschäft einen Besuch abgestattet:

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In diesem Sinne starte ich morgen in die neue Woche und bin gespannt, was ich da alles lernen werde. Gestern war ich mit meiner “Klasse” aus – mal sehen, was die Gruppendynamik da noch so hergibt…

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3 Responses to Die erste Woche…

  1. Franzi says:

    Hey, das klingt alles super! Internationales Arbeitsumfeld mit Frauenanteil! Mongolei-aehnlicher (was die Weite betrifft) Ausblick aus dem 19. Stock! Und ein Tulpenfachgeschaeft! Die Tulpen geben Deiner Wohnung sozusagen das I-Tuepfelchen, aber die sieht auch ohne superschoen aus.
    Wie dynamisch war denn die Gruppe?
    Liebste Gruesse aus Down Under!

  2. Sebastian says:

    Hi!
    Alles Gute zum Neuanfang! Das klingt ja gut. Viel Arbeit aber spannend.
    Da würde ich ja mal gerne Mäuschen spielen, wie ihr das so macht.
    Ich frage mich: Sind die Tulpen ohne Transport nach Deutschland nicht zu kurz, wenn man bedenkt, dass sie immer weiterwachsen?

    Gruß

    Sebastian

    • gnlwth says:

      Danke Euch beiden! Franzi, Gruppendynamik ist echt eine komische Sache – ich hatte jetzt wirklich seit Beginn des Studiums (oder eigentlich seit dem Abitur) keine solche “Klassensituation” mehr und finde das (in meinem Alter, ich gehöre halt auch zu den Ältesten in meiner Klasse) tatsächlich ein wenig befremdlich. Aber mal sehen, es ist ja alles noch immer ganz neu… Sebastian, sie wachsen hier nicht weiter, ich habe auch gestaunt. Aber sie sind ja auch aus dem Fachgeschäft. Übrigens, mit Deinem Päckchen muss irgendwas passiert sein, denn bis jetzt ist nichts angekommen, und ich habe schon eine ganze Menge bekommen, was in den allermeisten Fällen innerhalb von drei, vier Tagen da war. Kannst Du das tracken?

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