Gasturbinen sind quasi Erdnusssträucher

Warum fliegt ein Flugzeug? Eine Frage, deren Antwort mir bis heute vollkommen egal war – so egal, dass ich deshalb vor vielen, vielen Jahren (es müssten mindestens 20 sein, krass!) eine ausgesprochen wenig glorreiche Vordiplomprüfung in Experimentalphysik hingelegt habe. Denn das war die Eingangsfrage, auf die ich dann leider nur mit Gestammel antworten konnte –  den ganzen Bernoulli-Quatsch hatte ich beim Lernen unter “Versteh ich jetzt nicht und interessiert mich auch nicht” abgebucht. Flugzeuge fliegen, das habe ich selbst oft genug verifizieren dürfen. Warum sie das tun? Hauptsache, sie tun es und fallen nicht runter (oder verschwinden einfach).

Auch daran, wie sie das eigentlich tun, habe ich bis heute keinen einzigen Gedanken verschwendet. Komisch – das ist sowas, wie die Sache mit den Erdnüssen – F., Du weißt, was ich meine: Man isst sein Leben lang Erdnüsse (oder Cashews, oder isst Schokolade oder trinkt Kaffee oder Tee oder riecht gerne Vanille oder Nelken oder Zimt, oder), ohne jemals auch nur auf die Idee zu kommen, sich zu fragen, wie die dazugehörige Pflanze eigentlich aussieht, wie die Früchte wachsen, wie sie geerntet werden – erst, wenn jemand etwa sagt, “das ist übrigens ein Erdnussstrauch”, dann merkt man, dass man darüber eigentlich nie nachgedacht hat. 

Und so ging es mir heute, denn heute musste ich mich mit der Funktionsweise von Nebenstromtriebwerken auseinandersetzen (beziehungsweise cleveren Methoden, darin die Temperatur zu messen) – bis heute wusste ich tatsächlich überhaupt nicht, wie so eine Flugzeugturbine eigentlich wirklich funktioniert, ich habe es wie alles beim Fliegen einfach so hingenommen: Irgendwie treiben die lärmenden Dinger das Flugzeug halt an. Jetzt aber? Turbinen, Totalenthalpie, Joule-Prozess: Seit heute weiß ich nicht nur, warum es fliegt (Bernoulli halt), sondern auch, wie es eigentlich vorwärts kommt. Und wenn ich das nächste Mal in einem sitze (bald, hoffe ich!!), dann werde ich die Turbinen mit vollkommen anderen Augen betrachten. 

Und die Moral von der Geschicht’: Gasturbinen sind quasi Erdnusssträucher. Und ich freue mich über jede Turbine und jeden Erdnussbusch, der da in Zukunft noch kommen mag!

 

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One Response to Gasturbinen sind quasi Erdnusssträucher

  1. Franzi says:

    Oder riesige Nelkenbaeume, hihi.

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