So ganz heimlich, still und leise ist dieser kleine Blog ein Jahr alt geworden. Und was für ein Jahr! Zwar passiert hier gerade nicht viel (weshalb es im Moment ja auch hier im Blog ein wenig stiller ist), nichts desto weniger trotz war mein Leben vor einem Jahr noch ein seeeeehr anderes…

Noch immer vermisse ich meine alte “Heimat”stadt (meine Freunde werde ich natürlich immer vermissen), noch immer überfällt mich hin und wieder das Gefühl, das hier sei in Wahrheit nur eine Dienstreise, von der ich bald zurückkehre, nach Hause fahre, am nächsten Tag in mein altes Büro gehe und dort da weiter mache, wo ich vor etwas weniger als einem Jahr aufgehört habe.

Vielleicht liegt das daran, dass mein Leben hier noch immer quasi on hold ist, auf Abruf gewissermaßen, denn man könnte mich noch immer auch wieder heim schicken. Das ist zwar zugegebenermaßen unwahrscheinlich, aber solange auch nur ein Hauch dieser Ungewissheit besteht, fällt es mir schwer, mein neues Leben mit meiner ganzen Seele zu umarmen und anzunehmen. Darum passiert hier gerade nicht viel – ich hoffe und warte auf die erlösende Unterschrift (die es – hoffentlich – irgendwann im Januar gibt), hoffe und warte (und arbeite) und lasse die Tage an mir vorbeiziehen: Keine echte Zeit, Probezeit eben – in jeder Hinsicht.

Das heißt natürlich nicht, dass mir das Leben in Holland noch immer vollkommen unvertraut wäre – vieles ist mittlerweile normal. Und die kleinen Idiosynkrasien meiner neuen Heimat, die mich dann doch immer wieder überraschen (und das hoffentlich noch länger tun, denn sie machen das Leben abwechslungsreich), finde ich eher irgendwo zwischen niedlich und erstaunlich angesiedelt – richtig geärgert habe ich mich bislang noch nicht über irgendwas, im Gegenteil: meistens sind die Dinge besser als in Deutschland.

In die Kategorie “erstaunlich” fällt aber zum Beispiel ein Brief des Gasnetzbetreibers, den ich gestern bekommen habe. Man wolle die Leitungen kontrollieren und schicke deshalb einen Gasmann vorbei. Termine könne man nicht vereinbaren, der Gasmann käme dann einfach irgendwann. Und zwar innerhalb der nächsten drei Jahre. Hahahah!!  Man ist das ja gewohnt, dass Handwerker oder Stromableser zwischen 8 und 12 kommen oder zwischen 15:00 und 17:00 Uhr (was schon nervig genug ist), aber innerhalb der nächsten drei Jahre? Na dann viel Glück, lieber Stedin-Mann!

Ich gehe jetzt mal wieder zum Friseur und lasse mir von Willem eine holländische Frisur auf den Kopf zaubern. Glücklicherweise kann er das sehr gut. Und dann gehe ich vielleicht mal wieder an den Strand, da war ich jetzt seit Wochen nicht mehr – doof, wo er doch nur wenige Minuten von meiner Wohnung entfernt ist… Euch ein schönes Wochenende, liebe Leser!

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2 Responses to

  1. P. says:

    … und seit gut einem Jahr folgen wir Dir gerne lesend und haben viel gelernt – über das Reisen im Schatten historischer Figuren und das Essen in Ländern, die ich für meinen Teil wohl nie bereisen werde. Vor allem aber ist es oft unglaublich, wie (un)kompliziert es ist, EU-Bürgerin zu sein und grenzenlos arbeiten zu dürfen. Und immer, wenn man nun auf der Autobahn gelbe Nummernschilder sieht, denkt man > an Dich. Weiterhin: Alles Gute!

  2. Franzi says:

    Ich hoffe, Du hattest ein wundervolles Wochenende!

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