In de Waschalach, in de Waschalach,…

…war ich heute. Im Allgemeinen sind Waschstraßen keine Lokalitäten, die ich häufig frequentiere, wenn ich dann aber doch mal in einer war, erfreue ich mich hinterher meistens schon daran, wie sauber das Auto zur Abwechslung mal ist – leider ist die Freude dann ja aber häufig von kurzer Dauer, vor allem, wenn man in Städten wohnt, die von Möwen heimgesucht werden. Albert Camus sagte zwar, dass man sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen müsse, aber vermutlich dachten weder Camus noch Sisyphos dabei ans Autowaschen. 

Seit ich hier wohne, habe ich einmal mein Auto per Hand waschen lassen und war einmal in meiner ältesten Heimat in der Waschalach (unter den skeptischen Blicken der Dorfbewohner, die misstrauisch das gelbe Nummernschild beäugten). Das war im Sommer, ich erinnere mich, dass ich beim Warten in der Sonne schwitzte. Zwei Tage später war ich wieder daheim, und eine Möwe… na ja.

So war ich also, seit ich hier wohne, noch nie in einer gewöhnlichen holländischen Waschanlage – bis heute. Ausschlaggebend war die Tatsache, dass mein Auto am Montag seine Winderschlabbe draufkriegt, und es mir dann irgendwie doch peinlich wäre, das Auto in seinem gegenwärtigen Zustand in eine Autowerkstatt zu bringen. Daher also: Waschalach.

Andere Länder, andere Waschanlagen. Und die Niederlande haben heute bei mir gepunktet. In Schottland war es keine Freude, in die Waschalach zu fahren, was vor allem daran lag, dass ich die drei Jahre mit einem kontinentalen Auto herumgebraust bin, während natürlich die gesamte Infrastruktur auf Linksverkehr eingerichtet ist. Wer dort in eine Waschanlage fährt, kauft einen Code, den er dann lässig elegant aus dem geöffneten Fenster heraus in den an der Einfahrt zur Waschanlage angebrachten Automat eingibt, kurbelt das Fenster hurtig wieder hoch, fährt rein, und schon geht’s los. Wer das Steuer auf der falschen Seite hat, wird enttäuscht ins Leere greifen, beziehungsweise – so er alleine unterwegs ist – sich schlangenmenschartig im Auto verrenken müssen, um den Code irgendwie (leider sehr wenig elegant) in den Automat einzugeben. Auszusteigen und um’s Auto herumzulaufen (was die Lösung beim Rein- und Rausfahren in kostenpflichtige Parkhäuser ist), ist leider bei der Waschalach keine Option, weil die Einfahrt immer krumm und meistens so schmal ist, dass man die kontinentale Fahrertür nicht mehr aufkriegt. Folglich wurde mein Auto in Schottland noch seltener gewaschen als ich das sonst zu tun pflege.

Nun aber zu der zu glorifizierenden niederländischen Waschalach, in der ich heute war: Man kauft einen Code, fährt rein, steigt aus (schraubt die Antenne ab und klappt die Spiegel ein). Soweit alles wie in Deutschland. Jetzt geht man in einen kleinen Nebenraum, in dem sich außer dem Automat, in den man den Code eingibt, und einem Papierkorb, in den man den Zettel mit dem Code nach der Eingabe werfen kann, nichts befindet, dafür kann man aber durch eine Glasscheibe zusehen, wie das Auto gewaschen wird. Vielleicht ist das so, weil es hier ja doch häufiger regnet, damit der Wartende nicht dumm draußen im Nassen rumstehen muss? Jedenfalls geht es los, wenn man nach Eingabe des Codes auf Start drückt. Und wie es losgeht! Im ersten Moment dachte ich, ich hätte irgendwie aus Versehen ABC-Alarm ausgelöst, mein Auto stünde vielleicht falsch, gleich bräche das Inferno los. Aber nein: Es war nur der Motor dieses “Wascharms”, der sich in Bewegung setzte und dabei wie eine Sirene schrillte. Mein Auto wurde nun unter erheblicher Lärmentfaltung abgeduscht und geschrubbt, wobei sich auch einiger Schaum bildete – wo sonst gibt es bitte noch Shampoo in einer Waschalach? Solange gewaschen, gesprüht, geschäumt und gebürstet wurde, blieben die Tore offen. Erst als das Föhnprogramm anlief, schlossen sie sich. Warum auch immer. Danach: Strahlender Glanz! So sauber war mein Auto in seinem Leben selten. Und jetzt kommt’s: Das Ganze für 8,50 Euro. Es war das zweite Waschprogramm von vier angebotenen, also nicht einmal das allerbilligste. Wow. Vielleicht, weil die Möwen hier schon auf die gewienerten Autos lauern und die Waschalachbetreiber auf häufige Besuche setzen dürfen? Mal sehen, ob’s bis Montag früh um 8:00 Uhr sauber bleibt – vorsorglich habe ich mal nicht unter einem der Bäume vor meiner Tür geparkt…

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